MSC – Marine Stewardship Council

Das Siegel des Marine Stewardship Councils, kurz MSC, ist eine Form des Signaling, also eine Verbraucherinformation. Es soll auf dem Markt für Fisch und Meeresfrüchte dem Konsumenten vermitteln, dass nachhaltig für dieses Produkt gefischt wurde und keine Bestände überfischt wurden. Selbst beschreibt der MSC seine Zertifizierung so:

Prinzipiell also ein richtiger Ansatz, fällt es doch den meisten Konsumenten schwer nachzuvollziehen, woher und mit welcher Art der Fischerei denn der Fisch stammt, der beispielsweise in der Thunfischdose vor ihnen liegt.

Erforschung von Fischgründen in Verbindung mit dem MSC

Allerdings ist schon in der Konzeption der Zertifizierung des MSC ein gravierendes Problem. Die Partnerfischereien helfen dem MSC bei der Erforschung von Fischbeständen (es sind bei weitem nicht alle Fischgründe analysiert). Schon während der Untersuchungen erhält die Fischerei jedoch das Zertifikat. Dies könnte eine Schwachstelle darstellen, da schwarze Schafe der Industrie diese Zeit ausnutzen könnten, einen Fischbestand zu überfischen und diesen schlussendlich mit dem MSC-Siegel an den Konsumenten zu verkaufen. Letzterer ist dieser Praxis jedoch nicht bewusst – er kauft ja gerade ein nachhaltiges Produkt und schadet somit der Umwelt viel weniger als mit der Thunfischdose ohne Siegel.

Kosten der Zertifizierung

Die Zertifizierung beispielsweise für gefangenen Hering vor den Küsten von Mecklenburg-Vorpommern kostet die Stellnetzfischer rund 100.000,00 €.

Sind zertifizierte Fischbestände nachhaltig?

Der internationale Rat für Meeresforschung legt für diverse Fischbestände Fangmengen fest, die es der jeweiligen Population erlauben würde einen nachhaltigen Stand zu halten. So auch für den Makrelenbestand im Nordostatlantik. Jedoch heißt dies nicht, dass sich die Fischindustrie im Gesamten an diese Quote hält und ebenso wenig heißt dies nicht, dass den gefangenen Fischen, trotz Überfischung, das MSC-Siegel aberkannt wird.

Christoph Zimmermann, technischer Beirat des MSC, gab dem NDR 2016 ein Interview und argumentiere, dass der Bestand momentan groß genug sei. Man könne daher nicht von einer Überfischung sprechen:

“Der Fischereidruck ist an dieser Stelle vorübergehend zu hoch und er konnte nur  zertifiziert werden, weil der Fischereidruck in den nächsten Jahren sinken wird. Wenn das nicht erfolgt, […], dann werden die ihr Label verlieren.”

Bis zu diesem kritischen Zeitpunkt kann der Fisch allerdings unter dem Label der Nachhaltigkeit weiterhin verkauft werden.

“[…] dann werden die ihr Label verlieren.” – Wirklich?

Der MSC entzieht laut Meinungen von verschiedenen Forschern Fischereibetrieben zu selten die Zertifizierung, wenn diese Fischbestände nachweislich überfischen. Weiter plädieren die Forscher für strengere Regeln. Von diesen sieht der MSC jedoch ab, da dieser befürchtet, dass schärfe Regularien Fischereiunternehmen abschrecken könnten.

Fazit

Unter diesen Umständen fällt es schwer, von einem Label zu sprechen, dass für alle Produkte steht, auf dass es gedruckt wurde und verspricht – dieser Fisch oder diese Meeresfrüchte wurden nachhaltig gefischt.

 

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