Mikroplastik in Fleur de Sel und anderen Meersalzen nachgewiesen

Seit einigen Jahren wird auf Plastikabfälle, die in den Weltmeeren treiben und sich über die Zeit in sogenanntes Mikroplastik teilen hingewiesen. In diesem Kontext wird zumeist und vollkommen berechtigt auf die Umweltverschmutzung hingewiesen. Dennoch erscheint die Problematik für viele Konsumenten eher abstrakt, in weiter Ferne. Innerhalb einer stichprobenartigen Untersuchung des Verbrauchermagazins “Markt” des NDRs wurden nun Rückstände von Plastik in beliebten Meersalzen nachgewiesen.

Untersuchungsaufbau & Ergebnis

Zunächst könnte man die zum Teil eher weniger wissenschaftlichen Methoden des Gros der Verbrauchermagazine kritisieren. Allerdings verschließt man mit dieser Herangehensweise die Augen vor einem Problem ohne sich weiter damit zu beschäftigen.

Im Auftrage des NDRs wurde eine Stichprobe von im Handel beliebten Fleur de Sels auf Plastikrückstände untersucht und herkömmlichen Meersalzen von Aldi, Alnatura, Aquasale und Edeka gegenübergestellt.

Die untersuchten Salze der Kategorie Fleur de Sel wiesen dabei die höchsten Konzentrationen von Plastikrückständen auf. Der Gehalt von Plastik in diesen Salzen lag zwischen 130 und 1.800 Mikrogramm pro Kilogramm. Im Falle des Anbieters Aquasale hatte das Fleur de Sel einen mehr als 37-facheren Kunststoffgehalt als das “normale” Meersalz.

ProduktKunststoffgehalt
Aquasale Fleur de Sel1796,0
Fleur de Sel de Camargue582,0
Fleur de Sel de Guérande469,0
Fleur de Ibiza424,0
Fleur de Sel Rewe feine Welt138,0
Aldi Lemar Meersalz59,0
Aquasale Meersalz47,7
Lidl Gut & Günstig Meersalz37,5
Alnatura Meersalz14,0
in Mikrogramm pro Kilogramm

Verpackungsmüll und toxikologische Folgen

Überwiegend wurden die Kunststoffarten Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) und Polyethylenterephthalat (PET) nachgewiesen. Diese sind charakteristisch für Verpackungsmüll, welcher bereits in zahlreichen Untersuchungen in Meerwassern nachgewiesen werden konnte.

Das Verbrauchermagazin nahm sich wie üblich einen Professor eines Institutes zur Beurteilung zur Rate. In diesem Fall war es Prof. Dr. Edmund Maser des Instituts für Toxikologie und Pharmakologie der Universität Kiel:

“Mikroplastik kann organische Substanzen wie DDT, Dioxin, aber auch Schwermetalle anreichern und die Freisetzung dieser Stoffe im Körper beschleunigen” (Prof. Dr. Maser)

Laut Maser fungiert das Mikroplastik als Transporter in den menschlichen Organismus für andere Schadstoffe. So können die in der Stichprobe nachgewiesenen Mengen zwar unbedenklich sein jedoch in der längerfristigen Sicht größeren Schaden anrichten.

Eine gesetzliche Höchstmarke wie beispielsweise im Trinkwasser gibt es für den Gehalt von Mikroplastik momentan weder auf deutscher, noch auf der europäischen Ebene.

Art der Salzgewinnung ausschlaggebend

Die Wissenschaftler des vom NDR beauftragten Instituts vermuten die Gründe für die Unterschiedlichen Rückstände des Plastiks in der Art der Salzgewinnung. Die Gewinnung von Fleur de Sel ist aufwendiger als die von herkömmlichen Meersalzen. Es wird in der Regel von der Wasseroberfläche per Hand und Holzlöffel abgeschöpft, wenn sich eine filigrane Salzschicht gebildet hat. Das herkömmliche Meersalz wird hingegen vom Grund eines Salzbeckens, teils maschinell, gewonnen.

Ursachen

Der Ursprung dieser Problematik liegt in einem systematisch leichtfertigen Umgang mit vorwiegenden Verpackungsmüll oder Abfälle der Fischereiindustrie. So landen jedes Jahr je nach Quelle sechs bis acht Millionen Tonnen Plastikmüll in den Weltmeeren. Das Umweltbundesamt geht konservativ von sechs Millionen Tonnen aus, sodas mitlerweile im Durchschnitt 13.000 Plastikmüllpartikel auf einem Quadratkilometer der Meeresoberfläche treibt. Bei deren Zersetzung werden Zusatzstoffe der Kunststoffe in de Umwelt ab. Das Plastik wird jedoch nicht vollständig abgebaut, da die Mikroorganismen in den Meeren dazu nicht in der Lage sind. In Folge dessen verweilen Kleinspartikel des Plastiks pulverartig und für menschliche Zeitdimensionen eventuell für immer in den Gewässern bestehen.

Fazit

Die Rückstände in den beliebten Salzen könnten trotz der möglichen Gefahren etwas Gutes in sich beherbergen. So könnte dies ein Weckruf für zumindest einen Teil der Konsumenten sein, sich über den eigenen Konsum bewusst zu werden und im Optimalfall diesen anzupassen. Eine weitere tiefere und vor allem breitere Untersuchung ist hier für weitere Konsequenzen wünschenswert. So könnten in Zukunft Höchstwerte in Regularien aufgenommen werden, die in der Utopie dafür sorgen, dass auch Anbieter mehr und mehr eine Motivation entwickeln die Weltmeere zum Einen zu säubern und zum Anderen in der Folge sauber zu halten.

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