Bisphenol A nun als besonders besorgniserregend eingestuft

Die Europäische Union hat die Chemikalie Bisphenol A als besonders besorgniserregend eingestuft. Dies heißt jedoch nicht, dass diese nun per se Verboten ist. Jedoch darf die Chemikalie nun nicht mehr in Produkten verwendet werden, die einen direkten Einfluss auf Mensch und Umwelt haben.

Weitverbreiteter Ausgangsstoff für Polycarbonat-Kunststoffe

Verbraucher kommen im Alltag mit vielen Produkten in Kontakt, die Bisphenol A als Ausgangsstoff nutzen. Beispielsweise kann die Chemikalie in Konservendosen beziehungsweise deren Kunststoffbeschichtungen, Milchtüten und Trinkbechern oder Aufbewahrungsboxen aus Plastik verwendet worden sein.

Studien belegen eine Beinflussung des Hormonhaushalts

Inzwischen haben mehrere Studien Bisphenol A eine Wirkung auf den Hormonhaushalt nachgewiesen. Bereits in geringen Dosen hatten der Stoff eine hormonelle Wirkung auf Umweltprganismen und Menschen. Schon Mengen von 0,2 Mikrogramm können ihre Wirkung entfalten. Dieser Wert liegt weit unter dem Wert, den man im Menschen zur Zeit nachweisen kann und zudem noch weiter unter dem Grenzwert.

Seit 2011 Verbot in Babyflaschen

Bereits seit März 2011 ist Bisphenol A aufgrund dieser Beeinflussung bereits bei der Herstellung von Kunststoffbabyflaschen verboten worden. Es konnte nicht ausgeschlossen werden, dass die Chemikalie beim Erhitzen der Flasche nicht austritt und sich auf den Inhalt der Flasche überträgt.

In Frankreich bereits verboten

Unsere Nachbarn in Frankreich haben Bisphenol A beireits seit Januar 2015 in allen Materialien verboten, die in den Kontakt mit Lebensmitteln kommen. Umwelt Organisationen wie der BUND sind sich überdies nicht im Klaren, weshalb Deutschland mit einer ähnlichen Regelung nicht nachgezogen ist.

Spekulativ könnte man annehmen, dass Lobbyarbeit der Industrien ein treibener Faktor für das Nichteingreifen der deutschen Regierung wäre. Laut BUND behauptet die Industrie, dass es zur Zeit noch keinen geeigneten Ersatz gebe – seit circa 15 Jahren. Inwieweit “geeignet” an dieser Stelle definiert ist bleibt offen. Allerdings erscheint es erstaunlich, dass in Deutschland ansässige Chemieunternehmen, die in ihrer Branche in der Weltspitze miteifern keinen Ersatz finden. Nun liegt das Verbot von Bisphenol A in Frankreich bereits einige Jahre zurück und ist so ein Zeugnis, dass es doch ohne die Chemikalie geht.

Alternativen zu Bisphenol A-Produkten

Für den einzellnen Verbraucher im Supermarkt ist es schwer zu erkennen, ob eine Konserve mit Bisphenol A beschichtet ist. Alternativen zu dieser Art der Bevorratung wären beispielsweise Produkte im Einwegglas. Allerdings sollte einem dann das Dilemma Bewusst sein, dass diese nicht gerade einen kleinen CO2-Fußabdruck besitzen. Alternativ wäre dann eine etwas umständlichere Methode, die Vorräte selber wie Oma einzulagern.

Weitere Möglichkeiten sind in diesem Artikel zusammengefasst.

Plastikfrei: 10 Alternativen für den Alltag
Richtig Lüften

Ähnliche Beiträge

Grün diskutieren

Menü